Tortour de Ruhr - Ein Abenteuer abseits der wilden Trails

Der Wecker klingelt noch lange nicht. Nicht um 3Uhr morgens, aber ich bin hellwach. Eine viertel Stunde später stehe ich dann aber doch auf und wundere mich über mich selber. Ich wollte mich doch „nur“ heute auf den Weg nach Winterberg zu machen um Thomas bei der Tortour de Ruhr zu begleiten. Da brauche ich jedenfalls nicht aufgeregt zu sein. Wenn Thomas aufgeregt ist, wäre es eine ganz andere Sache. Möchte er doch die 230km von der Ruhrquelle bis zur Mündung der Ruhr in den Rhein zurücklegen.

 

Ok, für mich aber erst einmal Kaffee! Und einen Happen essen und die letzten Sachen zusammenpacken. Bis ich endlich von Zuhause loskomme, dauert es aber noch. Nachdem ich dann aber Zuhause losgefahren bin und wenige Minuten später die Ruhr unter einer Dunsthaube zu sehen ist, freue ich mich noch mehr auf einen schönen Start in das Pfingstwochenende.

 

Die Zeit bis zum Start geht dann schnell vorbei und dann tickt die Uhr unaufhörlich. Die ersten Kilometer fahre ich mit dem Cyclocrosser mit, mache ein paar Fotos und nehme die Atmosphäre auf. Immer wieder in Kontakt mit Nadine und Carsten, die Thomas als erstes Betreuerteam bestens versorgen.

 

War die Ruhr anfangs erst ein kleines Rinnsal aus dem schnell ein kleines Bächlein wurde, ist auch schon bald ein richtiger Fluss erkennbar geworden. Noch ganz schmal schlängelt sich die Ruhr durch das Sauerland und verbindet die kleinen Orte miteinander. Bestwig ist ein kleiner Ort nach den ersten 28km und dort befindet sich der der erste Verpflegungspunkt. Hier ist schon eine Menge los nach einem kurzen Stop bei bester Laune ist auch schon Thomas wieder auf den Weg, während ich mich noch etwas mit anderen unterhalte. Dann noch schnell in den Bäcker rein, auf Empfehlung von Nadine und Carsten eine Nussecke zum Kaffee hinzugenommen und schnell weiter.

So langsam wie die Ruhr immer breiter wird, steigen auch die Temperaturen und so ist es schon bald angenehm warm. In den nächsten Stunden baut sich so langsam eine Gewisse Routine ein. Begleitet wird Thomas immer von einer Begleitperson und jemand anderes fährt das Auto zum nächsten Verpflegungspunktes. Häufig begegnen sich immer die gleichen Betreuer an verschiedenen Punkten, wo die Strecke gut erreichbar ist. Auch auf der Strecke sehe ich logischerweise immer wieder die gleichen Läufer wieder. Ich habe selten mit so vielen Läufern abgeklatscht. Einfach tolle Momente.

 

Und Thomas läuft einfach weiter. Ein Tiefpunkt kommt, aber den macht er laufend mit sich selber aus. Immer weiter, immer einen Schritt nach dem anderen. Dann die Nacht. Die Betreuer wechseln und Jörg läuft für die nächsten Stunden mit ihm durch die Dunkelheit. Ich fahre heim und er läuft einfach weiter. Unglaublich beeindruckend!

Noch mehr beeindruckend, ihn am nächsten Morgen wiederzusehen. Ok, nicht mehr ganz frisch, aber für jemanden der schon eien Tag und eine Nacht auf den Beinen ist…Sehr stark! Betreut wird er aktuell von Mica und Michael. Aber später wird die Betreuergruppe immer größer und irgendwann ist es dann auch schon soweit. Die Stadtgrenze zu Duisburg wurde überschritten. Das Finale! Bei ihm nun das komplette Team der Betreuer. Alle beisammen und die Stimmung ist ganz besonders. Sehr still, aber doch so viel Kommunikation. Noch einmal das letzte Stauwehr überqueren und nach ein paar Metern ist das Ziel in Sicht. Die 25m hohe Skulptur „Rheinorange“ leuchtet in der untergehenden Sonne. Ein magischer Augenblick! Vor Ort angekommen, einfach nur Erleichterung. Thomas wird gefeiert und alle Betreuer fallen sich gegenseitig in die Arme. Thomas, du hast uns alle näher zusammengebracht. DANKE DIR!

Kommentar schreiben

Kommentare: 8
  • #1

    Michael (Mittwoch, 23 Mai 2018 07:38)

    Ein superschöner Text und ebenso schöne Bilder! Habe gerade Gänsehaut, da alles wieder präsent wird!
    Dankeschön!!!!

  • #2

    Ziegenpeter (Mittwoch, 23 Mai 2018 08:03)

    ......toll wiedergegebene Eindeücke mit Gänsehaut-Feeling. Tolle, natürliche Fotos. Einfach nur schön zu lesen und anzusehen.
    Lieben Gruß
    Ziegenpeter

  • #3

    Nadine (Mittwoch, 23 Mai 2018 08:21)

    Toll geschrieben und deine Bilder zeigen die Emotionen wieder, die wir alle miterleben durften!!
    Danke!

  • #4

    Mica (Mittwoch, 23 Mai 2018 08:29)

    So wundervoll geschrieben! Gänsehaut beim Lesen und bei der Erinnerung an die Momente, die gerade wieder ganz lebendig auftauchen. Und dazu diese wunderschönen Fotos! Danke lieber Carsten!

  • #5

    Marcel Pierre (Mittwoch, 23 Mai 2018 14:25)

    Ein toll geschriebener Text und wunderbare Bilder !!
    Was muss das für ein geiles Gefühl sein, das Rheinorange vor Augen zu haben und auf die bis dahin von allen Beteiligten erbrachte Leistung zu schauen.
    Grüße
    Marcel Pierre

  • #6

    Ulrike (Mittwoch, 23 Mai 2018 20:26)

    Ein Wahnsinnserlebnis! Gerade wieder sehr präsent. Toll geschrieben und fotografiert. Danke :-)

  • #7

    Heidrun (Donnerstag, 24 Mai 2018 15:28)

    Mir fehlen die Worte...����������
    Wie kommt man auf so eine Idee?
    Der absolute Wahnsinn...

  • #8

    Thomas (Samstag, 26 Mai 2018 00:16)

    Was soll man da sagen? Die Bilder sprechen eine deutliche Sprache.
    Chapeau Thomas!!