Trailrunning auf den Färöer-Inseln

Ich öffne meine Augen und blinzele in die Sonne... SONNE :-) Montagmorgen auf den Färöer Inseln!

 

Hinter uns liegt ein ganzes Wochenende Útilív Adventure Festival mit Talks und Filmen am Freitag, Wettkampfabenteuer am Samstag und sonntäglichem Sea-Kayaking, Segelbootsausfahrt und Leuchtturm-Party zum Ausklang. Heute morgen konnten wir ausschlafen. Von der Sonne im Bett geweckt blieben wir noch eine Weile liegen und verlegten das Frühstück mit Kaffee und Zimtscones an eben diesen Ort. Eine Wohltat, nicht nur für den Gaumen.

 

Anschließend packen wir unsere sieben Sachen, lassen den Schlüssel der Wohnung auf dem Tisch liegen und spazieren in der kühlen Morgenluft Richtung zum Hafen. Mit dem Bus geht es erst auf Küstenstraßen, durch Tunnel, vorbei an Wasserfällen und über Brücken bis ans nördlichste Ende der Insel Eysturoy. Von hier aus sind wir nur eine Tunnellänge von Klaksvík entfehrt, der zweitgrößten Stadt der Färöer Inseln, im Reiseführer als das "Tor zum Norden" angekündigt. So groß es im Reiseführer auch klingt - tatsächlich finden wir uns in einem sehr kleinen Ort wieder, der neben zwei Supermärkten, einem Intersport und einem Kaffihus "Frieda" weitgehend aus Hafen besteht. So überrascht wir zu beginn auch sind - letzlich erdet uns dieses gefühlte "hier ist einfach nix" am Ende doch sehr.

 

Ziel des nächsten Tages ist die Steilklippe am nördlichsten Ende der Insel Viðoy. Dort warten nicht nur rutschige Trails auf uns, vor denen uns der Busfahrer noch berichtet hat, sondern auch einige Höhenmeter, bis wir im Wolkennebel verschwinden. Unterwegs begegnen wir einem Schafbock, der Laura mit seinem Selbstbewusstsein hier im Fels, zu einer alternativen Kletterpartie motiviert. Mit der Hoffnung auf ein Bild aus der Nähe wage ich mich auf der Oriniganltoute noch etwas näher heran, bis mich seine Hörner und die Schritte, die er auf mich zu tut, dann auch überzeugen einen anderen Weg einzuschlagen.

Am Berggipfel angekommen bläßt uns ein eisiger Wind um die Ohren. Ein gutes Gefühl, das uns jedoch nur kurz verweilen lässt und sehr bald wieder den Berg hinunter treibt. Auf dem Downhill reißt hin und wieder die Wolkendecke auf und lässt uns erahnen, wie steil die Klippen hier oben ins Meer stürzen. Die Aussicht ist einfach fabelhaft und wir genießen den Blick auf die nördlichsten Faröischen Inseln.

Beste Sicht haben wir ebenfalls, als wir am darauffolgenden Tag mit dem Hubschrauber in den Süden, nach Vágar fliegen. Den Aufstieg zum Startplatz noch durch den Regen gelaufen, zeigt sich pünktlich zum Abflug die Sonne und wir fliegen dem Regenbogen entgegen. Wie als Geschenk, erleben wir den letzten Tag auf dem Inselarchipel komplett bei Sonnenschein. Wir laufen auf schmalen Pfaden längs des Sees Sørvágsvatn - auch hier überall Schafe, die vergnügt am Ufer grasen und sich nicht stören lassen. An der Steilküste erwartet uns der Seeabfluss mit seinem beeindruckenden Wasserfall Bøsdalafossur, auf den wir erst einen Blick erhaschen können, nachdem wir einige Steine hochgeklettert sind und uns oben auf die Felskante legen. Rechts der Wasserfall und unter und die tosenden Wellen des Nordatlantiks. Immer wenn eine große Welle an die Klippe stößt, peitscht die Gischt begleitet von einem donnernden Grollen nach oben. Sehr beeindruckend...und auch ein bisschen beängstigend! Nicht weniger beeindruckend ist es den Wiesenhang entlang der Klippe nach oben zu laufen um ihn auf der gegenüberliegenden Seite wieder herunterzurennen.

Und genau das machen die Färöer Inseln für uns aus. Sie sind natürlich, wild und ungezähmt! Hier muss man sich als Trailrunner einfach wohlfühlen und so ist eins ganz sicher: Wir kommen wieder. Hoffentlich ganz bald!

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Kommentare: 1
  • #1

    Michael (Dienstag, 02 Oktober 2018 14:25)

    Ein toller Bericht über noch tollere Abenteuer und allertollste Bilder! Dankeschön, Eure Abenteuer so mitverfolgen zu dürfen.